Edition

Edition Herbert W. Franke — bald da!

Edition·10. Februar 2026·Grünwald · Susanne Päch

Wichtige Schriften, vielfach erstmals in Englisch, publiziert von DKV und der Stiftung.

Band 1: Kunst und Konstruktion / Art and Construction
Band 2: Computergrafik – Computerkunst / Computer Graphics – Computer Art
mit ergänzenden, erstmals englisch übersetzten Artikeln von Franke aus der Manuskript-Datenbank beim ZKM · mit wissenschaftlichen Kommentierungen, unter anderem von Margit Rosen und Grant D. Taylor
Edition Herbert W. Franke — Band 1: Kunst und Konstruktion
Band 1 · Kunst und Konstruktion / Art and Construction · hg. Susanne Päch

Das grundlegende Buchkonzept der Edition Herbert W. Franke

Jeder Band der Edition besteht aus dem Hauptwerk Frankes, das durch etwa zehn ins Englische übersetzte Artikel von Franke ergänzt wird. Sie gehören zu den 2000 Manuskripten, die heute bereits in deutscher Sprache im ZKM-Archiv online veröffentlicht sind. Sie zeigen Frankes Sicht auf spezielle Aspekte der jeweiligen Ausgabe und stellen direkte Bezüge zu den anderen Werken der Edition her. Mindestens zwei Autoren aus der Forschung kommentieren die Bände und ihren Autor als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Kunst aus unterschiedlichen Perspektiven.

Diese wissenschaftlichen Beiträge erscheinen wie die ergänzenden Artikel nur in Englisch, während der Haupttext des Originalbuchs zweisprachig veröffentlicht wird. Alle Bände sind reich bebildert, wobei die Herausgeberin Susanne Päch so weit wie möglich auf das originale Bildmaterial zurückgegriffen hat. Die ersten beiden Bände sind nun angekündigt; der finale Veröffentlichungstermin im Frühjahr 2027 steht noch nicht fest.

Wissenschaftliche Kommentierung Band 1: Kunst und Konstruktion

Die Kunsthistorikerin Margit Rosen, Leiterin der Abteilung Wissen – Sammlung, Archive & Forschung im ZKM, untersucht in ihrem Beitrag die Bedeutung des über die Jahrzehnte weitgehend in Vergessenheit geratenen Buches „Kunst und Konstruktion“. Aus ihrer Sicht war es 1957 ein Pionierwerk moderner kunsttheoretischer Überlegungen. Rosen zeigt Frankes Rolle aber auch in Bezug auf die heutigen Kunstströmungen:

„At a time when algorithmic processes and artificial intelligence seem to redefine our understanding of creativity, Franke’s assertion of the ‚artistic substance of technology‘ acquires a prophetic resonance.“Margit Rosen, ZKM

Rosen erläutert dessen Sicht, dass das analytische Denken nicht nur für die Produktion, sondern ebenso für die Rezeption von Kunst relevant sei. Das führte Franke nur wenig später zu seinen informations- und wahrnehmungstheoretischen Überlegungen eines rationalen Kunstmodells, das mit Phänomen Kunst – künftig ebenfalls Teil dieser Edition – erstmals 1967 veröffentlicht wurde.

Im zweiten wissenschaftlichen Beitrag des Bandes konzentriert sich der Quantenphysiker und Computerkünstler Eric de Giuli in erster Linie auf die Ableitung der mathematischen ästhetischen Gesetze, die Franke, selbst promovierter theoretischer Physiker, in seinem Buch vorstellte:

„In Art and Construction, Franke worked with minimalist compositions derived from transparent processes … so the aesthetic effect could be traced back to their laws. This led him to his key concept: continuity.“Eric de Giuli

Später setzte Franke die Kontinuität in der Ästhetik der Symmetrie gleich und vermutete, dass die Kontinuität – also das Gestaltungsprinzip glatter Kurven – aufgrund ihrer mathematischen Komplexität jedoch nicht so bekannt geworden ist.

Wissenschaftliche Kommentierung Band 2: Computergrafik – Computerkunst

Der Medienkunsthistoriker Grant D. Taylor beschreibt das Buch in seinem Beitrag als „a groundbreaking achievement, a pioneering survey, and a lasting testament to the creative possibilities of emerging technologies“. Taylor betont den bleibenden Charakter von Computergrafik – Computerkunst, das bis heute für die generative Kunst relevant geblieben ist:

„Over the decades, it has been included in all primary selected bibliographies, firmly establishing its canonical status. However, its significance goes beyond its role as a foundational reference. … Franke’s vision has significantly contributed to the definition of the field, and his legacy continues to influence our comprehension of the dynamic interplay among the realms of art, science, and technology.“Grant D. Taylor

Im zweiten wissenschaftlichen Beitrag sagt der Informatiker Martin Warnke über Frankes Buch: „It was the first comprehensive monograph on the subject at a time when artistic practices and theoretical work on art with and from the computer were just beginning.“ Warnke wirft einen Blick in die Entstehungszeit von Computergrafik – Computerkunst, in der Künstler, die mit den gerade erst aufgekommenen technischen Methoden der Computergrafik arbeiteten, im konventionellen Kunstbetrieb kein Interesse fanden. Dabei kontextualisiert er auch die Bedeutung des Buches in der aktuellen Landschaft: „Franke’s theories and observations from that time could provide explanatory approaches for today.“

Computerkunst-GeschichteEdition Herbert W. FrankeEric de GiuliGrant D. TaylorHerbert W. FrankeKunsttheorieMargit RosenMediengeschichteStiftung Herbert W. FrankeSusanne Päch

Über die Stiftung

Die Stiftung art meets science — Herbert W. Franke (1927–2022) bewahrt und vermittelt das Werk des Physikers, Höhlenforschers, Science-Fiction-Autors und Computerkunst-Pioniers und führt seinen Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Kunst fort.

Pressekontakt & Verfasserin: Susanne Päch · Bavariafilmplatz 3, 82031 Grünwald · 0171 6004422 · mail@mce-gmbh.de

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