Biografie · 1927–2022
Wanderer zwischen Kunst und Wissenschaft
Physiker, Höhlenforscher, Science-Fiction-Autor und Pionier der Computerkunst — ein Leben, das Disziplinen verband, die andere für unvereinbar hielten.
Herbert W. Franke gehörte zu den wenigen, die in der Formel dieselbe Schönheit sahen wie im Bild — und beide ein Leben lang zusammenführten.
Der Physiker
1927 in Wien geboren, studierte Franke Physik, Mathematik, Chemie, Psychologie und Philosophie und promovierte 1950 in theoretischer Physik. Sein naturwissenschaftlicher Blick prägte alles Spätere: Er dachte in Systemen, Parametern und Prozessen.
Als Speläologe erforschte er Höhlen, entwickelte Messmethoden und ein Modell, um die Schichten von Tropfsteinen zu lesen — Wissenschaft als Erkundung des Verborgenen.
Der Bildermacher
Mitte der 1950er-Jahre begann Franke, die Leuchtspuren von Oszilloskopen zu fotografieren. Es entstanden Bilder, die nicht gemalt, sondern erzeugt waren. 1959 zeigte er sie unter dem Titel „Experimentelle Ästhetik" — Computerkunst, lange bevor der Begriff existierte.
Aus dieser Haltung — das Werk entsteht aus einer Idee und einem Verfahren — wurde die generative Ästhetik. 1979 zählte Franke zu den Mitinitiatoren der Ars Electronica in Linz.
Der Erzähler
Parallel wurde Franke zu einer der wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Science-Fiction. Romane wie „Der Orchideenkäfig" (1961), Hörspiele und Weltraumlyrik verbanden naturwissenschaftliche Spekulation mit poetischer Vorstellungskraft.
„Auf die Idee kommt es an."
Herbert W. Franke starb 2022. Die Stiftung art meets science bewahrt sein Werk und führt seinen Brückenschlag zwischen Labor und Atelier weiter.
Vita
Stationen eines Grenzgängers
Leitmotive