Jahresrückblick

Das Stiftungs-Jahr 2025

Rückblick·23.12.2025·Susanne Päch
Susanne Päch, Stiftungs-Vorstand
Susanne Päch, Stiftungs-Vorstand, berichtet aus der Projektarbeit

Edition Franke — Immersive SF-Produktionen — Eröffnung des Herbert W. Franke Labors.

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende entgegen — für die Stiftung Herbert W. Franke der willkommene Anlass, die vergangenen Monate mit ihren Highlights noch einmal Revue passieren zu lassen.

EditionAbschluss der Vorbereitung der Edition Herbert W. Franke

Das umfangreichste und bedeutendste Projekt dieses Jahres — und auch der nächsten Jahre — ist die Edition Herbert W. Franke mit der Veröffentlichung von sieben der wichtigsten Fach- und Sachbücher Frankes. Mit der Reihe, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kunstverlag als Print und eBook international erscheint, liegen die meisten dieser Bücher erstmals in englischer Übersetzung vor. Die redaktionelle Arbeit an Kunst und Konstruktion. Mathematik und Physik als künstlerisches Experiment (1957, Band 1) sowie der ersten Auflage (1971) von Computergrafik – Computerkunst. Methoden – Geschichte – Theorie (Band 2) ist von Susanne Päch, Stiftungs-Vorstand und Herausgeberin, abgeschlossen worden.

Jeder der reich bebilderten Bände besteht aus drei Modulen: dem zweisprachigen Originaltext des Werkes, ergänzenden Sach- und Fachartikeln Frankes zu speziellen Fragestellungen sowie wissenschaftlichen Kommentierungen von zwei Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen. Die Stiftung dankt der Community der generativen Künstler, die im November 2023 mit dem Erwerb einer Edition des für die Blockchain umgearbeiteten Codes ZENTRUM zur Finanzierung der ersten beiden Bände beigetragen hat.

WissenschaftUni Innsbruck: Das Herbert W. Franke Labor eröffnet

Universitäts-Rektorin Prof. Sexl, Dekan Prof. Spötl und Stiftungs-Vorstand Päch · Bildplatzhalter

Im Oktober 2025 wurde im Geologischen Institut der Universität Innsbruck ein neues Reinraumlabor feierlich eingeweiht. Mit dem Herbert W. Franke Labor, das ein hochmodernes Multikollektor-ICP-Massenspektrometer enthält, lassen sich die Häufigkeiten seltener Isotope mit außergewöhnlicher Präzision bestimmen — eine Schlüsseltechnologie zur Altersdatierung geologischer Proben und zur Rekonstruktion des Paläoklimas. Benannt ist es zu Ehren von Franke, der weltweit einer der ersten war, der sich mit der Altersbestimmung von Tropfsteinen befasste.

„Herbert W. Franke als Vordenker und Visionär ist ein bleibendes Vorbild, denn erst die präzise Altersbestimmung bietet den Schlüssel, um aus der Vergangenheit der Erde zu lernen.“Univ.-Prof. Dr. Christoph Spötl, Universität Innsbruck

WerkausgabeNANOX — ein Oligarch beherrscht die Welt

Frankes bisher unveröffentlichtes Spätwerk NANOX, 2013 konzipiert, blieb unvollendet. Darin wollte Franke auf gesellschaftliche Veränderungen aufmerksam machen: auf global tätige Unternehmer, die mit ihren Innovationen die Welt beherrschen wollen — dank künftiger Nanotechnologien und digitaler Neuromanipulation. Geplant war, dass die im Roman beschriebenen Filmszenen nicht in Textform, sondern als eine Art Storyboard in Zusammenarbeit mit einem Grafiker umgesetzt werden — ein Plan, den Franke nicht mehr verwirklichen konnte. Eine ausführliche literaturwissenschaftliche Kommentierung steuert Mit-Herausgeber Prof. Hans Esselborn bei.

StiftungDas erste Kuratoriums-Meeting

Das Kuratorium der Stiftung im Planetarium Bad Tölz · Bildplatzhalter

Ein besonderes Highlight war das erste Kuratoriums-Meeting im Oktober 2025. Teilnehmer waren Margit Rosen, Prof. Dr. Christoph Spötl, Manuel Gerber, Markus Michalek und Felix Mittelberger, die Vorstände Susanne Päch und Constantin Päch sowie Stiftungs-Mitarbeiterin Dorothea Schroeder. Der Workshop endete im Planetarium von Bad Tölz mit einer abendlichen Vorführung dreier visuell unterschiedlich gestalteter Pilotproduktionen mit Lesungen von SF-Stories Frankes.

ProduktionScience-Fiction im immersiven Dome

Die Stiftung hat drei der rund 200 Stories Frankes ausgewählt, um sie mit der mce mediacomeurope GmbH als Pilotprojekte immersiv umzusetzen — jeweils in einer deutsch und einer englisch gelesenen Version. Die Plots drehen sich um die Evolution des Weltalls und die Bedeutung von Intelligenz: die ganz großen Fragen der Menschheit.

Die superkurze Titelgeschichte der Anthologie Der grüne Komet (1960) verzichtet bei der Erzählung über das Ende der Welt ganz auf menschliche Akteure. In Das Evolutionsspiel (1995) gelingt es einem Forschungs-Nerd in einem astrophysikalischen Labor, eine Simulation für ein Universum samt einem Modell für die Entstehung intelligenten Lebens zu programmieren — mit höchst überraschender Nebenwirkung. Und in Sprung ins Nichts (1995) ermutigt ein Prophet Menschen, in einen nebelverhangenen Abgrund zu springen: „Ihr werdet fliegen! Ihr müsst nur glauben!“ Für die multimediale Umsetzung wurde der vielfach preisgekrönte Fulldome-Künstler Sergey Prokofyev beauftragt.

Die drei Stories werden 2026 in mehreren Veranstaltungen präsentiert, darunter beim Glowing Globe in Rijeka. Zudem gibt die Stiftung beim Kongress der International Planetarium Society (IPS) im Juni 2026 in Fukuoka ein Paper zu Edutainment for the Dome.

AusblickStart der Vorbereitungen HWF 100

2027 feiert die Stiftung Herbert W. Frankes 100. Geburtstag. Die ersten organisatorischen Arbeiten haben begonnen, mit dem Ziel mehrerer Veranstaltungen an internationalen Standorten. Das Projekt HWF 100 bildet einen Schwerpunkt der Aktivitäten 2026 — der Countdown startet bereits im Oktober 2026 mit einer Ausstellung im Museum Folkwang, die am 6. Januar 2027 endet und das Geburtstagsjahr einläutet.

Die Stiftung wünscht allen erholsame Tage in der stillen Zeit und einen fröhlichen Einstieg ins neue Jahr!

Aus der Stiftung

Jahresrückblick verfasst von Susanne Päch, Stiftungs-Vorstand & Herausgeberin der Edition Herbert W. Franke.

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